Was für eine Saison!

 |  Mittwoch, 23 März 2016 10:17

Wer hätte das gedacht - Nach meinem Sturz im Oktober, wo der erste Verdacht sogar Kreubandriss war und schlussendlich 'nur' ein Innenbandriss, eine Überdehnung des Kreuzbandes und eine Knochenprellung im linken Knie festgestellt wurde, hatte ich eine super Saison noch hingelegt - 10 Platzierungen in den Top 30, davon 5 Platzierungen in den Top 15!

Bei meinem Comeback im Weltcup belegte ich mit Startnummer 45 gleich den 11. Platz - mein zweitbestes Weltcupergebniss! Bei den weiteren Rennen musste ich dann ein wenig untendurch und die 6-wöchige Skipause im Herbst machte sich bemerkbar. Bei der Kitzbühelpremiere fuhr ich beim Super-G auf den 28. Rang, in der Super-Kombination wurde ich 24.

In Südkorea ging es dann richtig los mit den Plätzen 13 und 14 in den Speeddisziplinen, in der Abfahrt und Kombination von Chamonix die Platze 18 und 22, in Hinterstoder beim Super-G Platz 21 und in Kvitfjell in der Abfahrt und im Super-G die Plätze 25 und 12.

Im Super-G die Platzierungen 11, 28, 14 21 und 12 im Weltcup; dies reichte mir als 24. in der Weltcupliste sogar noch fürs Weltcupfinale! Das zweite Mal nach dem Junioren-WM-Titel, wo ich am Weltcup-Finale starten darf - und das noch in der Schweiz!

In St. Moritz durfte ich das letzte Speed-Weltcuprennen mit Nummer 1 eröffnen; den schwierigen Super-G belegte ich als 12.

Ich darf auf eine super Weltcupsaison zurückblicken - durch meine Verletzung verpasste ich vier Speedrennen in Nordamerika und schaffte es doch noch in die Top 30 in zwei Disziplinen; im Super-G sogar auf den 23. Platz!

Mein Ziel, dass ich in mind. einer Disziplin in die Top 30 vordringe, habe ich erfüllt. Das zweite Ziel - im Europacup Podestplätze herauszufahren - ebenfalls. In der Weltrangliste schaut es nun folgendermassen aus:

Vielen Dank allen, die das ermöglicht haben! Sei es mein Kopfsponsor Ochsner Sport, meine Skifirma Head, meine Drittsponsoren und Partner, meine Serviceleute Sepp Kuppelwieser und Stefan Thöni, der ganze Staff von Swiss-Ski, mein Physio Simon Trachsel, der mich in Magglingen wieder auf die Beine gebracht hat, meine Familie und Verwandte, meine Gönner und Unterstützer, meine Mitglieder im Fanclub oder jegliche andere Fans, ehemalige Trainer etc., die mich bis hierher gebracht haben!

Der letzte Rennpunkt bildet noch die Schweizermeisterschaftsabfahrt in Veysonnaz am 4. April. Bis am 15. April stehe ich aber noch für Training und Sponsorenskitage auf den Ski - ich wünsche euch noch einen schönen Frühling und bis bald!

Ralph

2x Top-15 bei der Olympia-Hauptprobe

 |  Montag, 08 Februar 2016 06:07

Die intensivste Phase des Winters ist durch - ich stand in den letzten Wochen extrem viel auf den Skiern. Das Jahr startete eher schlecht - kurz vor der Heimabfahrt am Lauberhorn verletzte ich mich: Beim Krafttraining zu Hause rutschte ich bei seitlichen Ausfallschritten mit 100kg auf den Schultern aus und wurde sozusagen in den Spagat gezwungen. Die Folge davon waren schmerzhafte Zerrungen an der hinteren Oberschenkel- und Gesässmuskulatur.

Sicher nicht die beste Voraussetzung für die Rennen von Wengen, aber es musste irgendwie gehen. Ich konnte kaum normal laufen bei der Anreise ans Lauberhorn und fuhr sicherheitshalber mal mit dem eigenen Auto an - falls es nicht gehen würde auf den Ski. Mit intensiver Physio, Bandagen und Schmerzmitteln gings aber - die Resultate waren aber dann enttäuschend. Platz 35 in der Kombination und Platz 46 in der Abfahrt.

Weiter ging es zum ersten Mal an die schwierigste Abfahrt der Welt - der spektakulären Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel! Es war eine ganz spezielle Woche für mich mit unglaublich vielen Eindrücken, die ich sammeln durfte. Und ich wusste, dass es schwierig sein würde direkt beim ersten Mal auf diesem Hang zu punkten. Das erste Mal überhaupt startete ich mit Nummer 24 im Super-G in den Top 30 - Rang 28 im Super-G und Rang 24 in der Super-Kombination waren ganz ok für das erste Mal. Nach den Stürzen von Dominator Georg Streitberger, Aksel Lund Svindal und Hannes Reichelt wurde das Rennen nach 30 Läufen abgebrochen - ich kam also leider nicht mehr zum Zug, wobei die Entscheidung an sich richtig war. Schade, aber das ist halt Pech.

Da Europacup-Rennen von Wengen anfangs Januar abgesagt werden mussten, wurden diese kurz zwischen den Rennen in Kitzbühel und Garmisch nachgeholt - und auch ich machte einen Abstecher nach Davos an diese Rennen. Das Ziel war, in mindestens einer Abfahrt gut zu punkten, um nächstes Jahr meine Startnummer sichern zu können. Da ich dieses Jahr im Weltcup noch nicht in die Punkte gefahren bin in der Abfahrt, war dies sicher ein guter Plan - er musste nur noch aufgehen. Und das tat er! 2. und 1. Platz ergeben für mich maximal wieder Nummer 35 im kommenden Winter - der Abstecher war perfekt!

Direkt nach dem Rennen ging es nach Garmisch-Partenkirchen; auch dort war ich das erste Mal am Start und es herrschten sehr warme Temperaturen. Ich war langsam aber sicher müde, denn ich befand mich inmitten eines Mammutprogrammes. Nicht nur körperlich müde - vor allem auch mental. Platz 40 war sicherlich nicht das, was ich wollte.

Und die grösste Reise stand bevor; der Abstecher nach Pyeongchang, die Olympia-Hauptprobe. Ich freute mich sehr darauf und es tat gut, mal etwas anderes zu sehen. Auch wenn die Reiserei enorm war. Schon beim Hangfahren sagte ich den Trainern, dass es mir hier gefällt. Und das bestätigte sich auch: Endlich ging es auf in der Abfahrt! Als einziger hinter den Top 30 konnte ich noch in die Top 15 fahren und platzierte mich als 13. - perfekt!
Der Super-G am Tag darauf war wieder sehr wichtig für mich; es kam nun darauf an, ob ich bei den nächsten Rennen auch noch in den Top 30 starten kann oder ob es schwierig wird. Der Super-G war sicher auf der eher schwierigen Seite mit vielen Ausfällen und grossen Fehlern. Eine nicht ganz einfache Aufgabe wartete auf mich: Ich fuhr einen soliden Lauf, wo es hier und da noch ein wenig besser gegangen wäre; aber mit dem 14. Rang bin ich sehr glücklich. Für mich hat sich der Abstecher definitiv gelohnt nach Asien - aber ich freue mich nun auch auf einige Tage Pause nach diesen harten 3-4 Wochen!

Hier noch einige Impressionen der letzten Wochen wie auch mein volles Programm mit allen Reisen...

Bis bald, Ralph

© Fotos: Agence Zoom und Sven Thomann/BlickSport

Top-15-Resultat im Super-G!

 |  Sonntag, 20 Dezember 2015 11:41

Die Reha nach meinem Innenbandriss verlief sehr gut; ich gab dem Knie die nötige Ruhe und war die ersten zwei Wochen nach dem Sturz zu Hause. Anschliessend durfte ich mit der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Schweizer Militär die weitere Reha in Magglingen absolvieren. Vier Wochen wurde ich täglich vom Physio betreut und konnte direkt einige Meter neben dem Behandlungstisch trainieren und wurde vom Physio noch zugleich kontrolliert und korrigiert. Anstatt den ursprünglich mindestens acht Wochen stand ich schon nach fünf Wochen auf den Ski - schmerzfrei! Ich war sehr froh, dass dies so schnell und gut ging.

In der ersten Woche ging es nur frei fahren, eine Woche später startete ich bereits bei meinem ersten Rennen der Saison. Ohne Stangentraining zuvor war ich sehr nervös direkt am Start eines Super-G's zu stehen. Es ging aber relativ gut, es war noch keine Topplatzierung und das Skigefühl war noch nicht ganz perfekt, aber ich war zufrieden.

Die weiteren Tage nach den ersten Rennen begann ich mit einfachem Training - Gleitkurven und Training in einfachem Gelände. Allmählich steigerten wir die Schwierigkeit der Trainingseinheiten und das Gelände wurde immer steiler und abwechslungsreicher.

Und gestern war es endlich soweit; nach gut 9 Wochen nach der Verletzung stand ich wieder am Start eines Weltcups! Schon in den Trainings ging es mir gut; Rang 33 und 26 bei den Abfahrtstrainings stimmten mich positiv - ich war international dabei!

Bevor ich dann aber zur Abfahrt starten durfte, wurde der Super-G vorgezogen. Der Super-G war eher zügig gesteckt und hatte vorallem eine Schlüsselstelle - direkt nach dem Start eine Banane, welche über eine Welle gesteckt wurde. Das nächste Tor sah man nicht und die meisten sprangen zu weit weg vom nächsten Tor - Es brauchte viel Mut, dass man mehr links sprang und damit eventuell riskierte, dass man ins nächste Tor springt. Ich befasste mich vor dem Rennen hauptsächlich mit nur dieser Passage bei der Vorbereitung und war dann giggerig, endlich mit der Nummer 45 starten zu dürfen. Die ersten Tore gingen wie bei allen anderen auch gut; ich kam zur Schlüsselstelle und nahm mir vor, ab Mitte Banane die Ski laufen zu lassen und nicht ganz eng ans zweite Tor zu fahren. In der Luft merkte ich, dass dies passt - ich ging in die Hocke und wusste, dass ich da oben nicht allzu viel verloren hatte. Ich traf den Rest fast überall so wie ich wollte und merkte, wie das Adrenalin in mir raufschoss. Die letzten Tore und über der Ziellinie: Ich wusste, dass das sicher für die Top 20 - Top 30 reichen muss - und da stand die Nummer 11! Eine Riesenfreude und ein super Tag für mich! Allerdings feierte ich nicht allzu gross, da ich mich auf die Abfahrt konzentrieren wollte.

Die Abfahrt war dieses Jahr eher einfach und brauchte nicht allzu viel Überwindung. Daher musste bei der Fahrt alles stimmen. Ich startete und merkte bei den Sprüngen, dass ich schnell unterwegs war. Nach einer Minute lag ich mit der Nummer 33 mit der sechstschnellsten Zwischenzeit im Rennen! Und dann passierte es - ich kam vor der Schlüsselstelle Ciaslat über eine Welle, es hebte mich kurz ab und bei der Landung rutschte mir für einen Moment der Aussenski weg; ich wusste nicht, was da genau passiert war. An der gleichen Stelle hatte Matthias Mayer seinen schweren Sturz gehabt - ich wusste nicht, ob ich eine eisige Stelle erwischte oder was da genau los war. Ich war sehr enttäuscht - so gut unterwegs wieder und der Teil, der mir im Training am besten lag kam erst noch - die Ciaslat. Das Resultat wäre sehr wichtig gewesen, um in Zukunft früher starten zu können. Aber janu, es hat nicht sein sollen. Ich hatte diese Wochenende ein starkes Comeback gegeben und die Zeiten stimmten sehr gut für mich - ich bin sehr positiv gestimmt für die nächsten Rennen in Santa Caterina und werde dort versuchen, diese Zwischenzeiten auch ins Ziel zu bringen.

Danke euch allen für die lieben Nachrichten nach dem Super-G und nach der Abfahrt; ich wünsche euch schöne Festtage und bis bald!

Ralph

(Foto: Sven Thomann/BlickSport)



Seite 5 von 15