Der harte Sommer geht zu Ende

 |  Sonntag, 19 Juli 2015 16:18

Mein Konditionstraining hat seit spätestens Mitte Mai zu 100% begonnen. Mit einem wöchentlichen Plan trainierte ich in den letzten zwei Monaten täglich sehr strukturiert und kontrolliert an meiner konditionellen Verfassung. Mindestens zwei Tage pro Woche war ich im Kerenzerberg und trainierte einem Teil der Mannschaft zusammen; dies ist für mich sehr positiv, da ich mehr mit der Gruppe zusammen trainieren kann. Man kann sogar auch mal ein Spiel spielen zum Aufwärmen und dies tut auch dem Gemüt gut neben den anstrengenden Trainingseinheiten.

Bis Ende Juni trainierte ich vor allem hohe Umfänge bei den Trainingseinheiten, also mehr Wiederholungszahlen mit jeweils weniger Gewicht. Danach wurde nach und nach die Qualität des Trainings erhöht, die Wiederholungszahlen wurden reduziert, dafür wurde immer mehr und mehr Gewicht geladen. Zwischen den Trainingseinheiten wurde mehr Pausenzeit eingeplant, so dass die intensiven Trainings möglichst gut über den ganzen Tag verteilt werden. Zusätzlich messe ich jeden Morgen meinen Ruhepuls, um meine körperliche Verfassung zusätzlich zu kontrollieren. Falls der Ruhepuls zu hoch ist, war das Training vom Vortag zu viel und ich kann meine Einheiten anpassen.  Da wir einen wunderschönen Frühling und Sommer hatten und ich viel draussen trainierte, habe ich bereits einen weissen Abdruck vom Pulsgurt auf der Brust, meine Bräune kommt also nicht von den Sommerferien, die gibt es bei mir nicht… ;-)

Die jeweils 5-tägigen Trainingslager im Kerenzerberg und in St. Moritz waren für mich sehr wertvoll und wiederum eine gelungen Abwechslung im Sommertraining. Aber auch ich bin nun langsam aber sicher froh, wenn ich wieder auf die Ski gehen darf und meinen Körper nicht immer mit harten Trainings möglichst schlimm plagen muss. ;-)

Nun sind wir noch eine Woche im Kerenzerberg für einen Zusammenzug mit der Gruppe, anschliessend werde ich noch auf dem Ergometer, auf Kraftplatten etc. getestet, wie grosse Fortschritte mein Sommertraining mir gebracht hat. Und dann geht es am 2. August endlich wieder auf die Ski in Zermatt, ich freue mich jetzt schon nach dieser langen Skipause! :-)

Machts gut und bis bald

Ralph

Zwischen Abschluss und Anfang

 |  Samstag, 23 Mai 2015 16:41

So, die Rennsaison 2014/15 ist nun auch Geschichte und die neue Saison nach dem ersten Trainingslager mit der neuen Gruppe schon wieder eingeläutet.

Der letzte Teil der Saison verlief noch gut, bei FIS-Speedrennen in Gröden mit einer Top-Besetzung konnte ich z.B. vor Werner Heel, Silvano Varretoni etc. meine FIS-Punkte für die kommende Saison weiterhin tief halten. Weiter wurde ich dann beim letzten Rennen der Saison Vize-Schweizermeister im Super-G bei der Elite. Ein guter letzter Erfolg für mich und ich konnte meine Rennski getrost in die Ecke stellen. Aber es waren nicht die letzten Tage auf den Skis, bei weitem nicht! ;-)

Die Woche darauf waren noch einige Tage Training auf der WM-Strecke angesagt, die ziemlich intensiv waren. Aber auch am 15. April war ich noch nicht fertig mit der Saison; vom 19. - 25. April befand ich mich im Skilehrer-Aspirantenkurs in Zermatt. Wiederum sehr, sehr intensive Tage, wo wir uns meistens bis zum Liftende noch an komischen Skilehrerübungen versuchten ;-) Aber mit einer coolen und motivierten Truppe verging die Zeit sehr schnell und wir merkten einmal nicht mehr mal, dass beim Sessellift die Sessel weg waren nach 'Ladenschluss'...D

urch meine Vorkenntnisse in jungen Jahren in der Skischule Flumserberg (ich schloss die gesamte Skischule mit elf Jahren ab) fielen mir solche untypische Kurzschwungformen, Rückwarts fahren etc. um einiges einfacher als anderen. Schlussendlich konnte ich diese Tage neben 30 anderen Rennfahrern mit der besten Kursnote abschliessen, ein sauberes Ende einer langen Saison!

Einen Tag später ging es in die lang ersehnten Ferien; Zuerst ging es für einen Kurztrip nach Dubai, wo man zwei Tage den Luxus und die extremen Bauten bestaunen konnte. Dies war aber nur der Zwischenstopp und es ging weiter für eine Woche Sri Lanka: Mal bei 30-35°C Füsse hochlagern, Sonne tanken und einige Piña Coladas geniessen :-) Es ist ein äusserst interessantes Land ohne Massentourismus und mit sehr netten einheimischen Leuten! :-)

Und wer meint, ich hatte danach nochmals 3 Wochen Pause, der täuscht sich gewaltig: Am 6. Mai landete ich in Zürich von den Ferien, am 7. Mai musste ich schon wieder in Magglingen für die ersten Konditionstests sein. Mit Krafttests erörtete man meinen Formstand und definierte die Ziele für mein Sommertraining. Zusätzlich wurde ich von Scheitel bis Fusssohle vermessen auf Muskelmasse, Knochendichte, Fett etc.

Im Herbst gibts dann das gleiche Prozedere nochmals und ich hoffe auf höhere Werte; ausser beim Fett ;-)

Nach den Tests schleichte langsam wieder das normale Konditionstraining in meinen Alltag ein. Zuerst wird jetzt mit lockeren und dafür langen und vielseitigen Einheiten der Körper wieder an das ganze angewöhnt, danach werden die Einheiten immer kürzer und intensiver bis zum Vorwettkampftraining im späten Herbst.

Den ersten Kondikurs habe ich ebenfalls bereits hinter mir: Mit der neuen, eher jüngeren und dynamischen Abfahrts-Weltcupgruppe hatten wir einen coolen und intensiven Kondikurs in Giverola. Einige Bike- und Laufstunden habe ich in den Beinen, daneben waren wir noch Klettern, Tennis spielen, Fussball spielen, beim Rumpftraining etc...

Zwischenfälle wurden auch souverän geflickt; Bei meinem Vorderpneu schlitzte ich die Seitenwand vom Pneu auf, sodass der Schlauch rausgeschaut hatte. Zwei 5-Euronoten mussten herhalten und wurden zwischen Schlauch und Pneu gelegt; Dieser 'Flick' hielt bis am Schluss perfekt :-)

Rückblickend war es eine super Woche (umso schöner wenn es in der Schweiz so kalt und nass war ;-))

Weiter gehts mit Konditionstraining zu Hause und zwei Tage pro Woche im Kerenzerberg mit der Mannschaft. Ich freue mich auf die Sommerzeit und werde diese auch hier in der Schweiz vollumfänglich nutzen: Mit Marc Berthod, Nils Mani und Sandro Viletta trainiere hier auf den heimischen Gletschern. In den Herbstmonaten herrschen in Zermatt allerbeste Verhältnisse und ich kann den Heimvorteil ausnutzen. Mit einem kleinen Team sind wir mobil und müssen nicht unter dem Jetlag leiden.

Nun wünsche ich euch eine superwarme Sommerzeit und machts gut, wir sehen uns hoffentlich an einem Event oder sonstwo und die meisten dann hoffentlich am Fanclub-Tag am 6. Juni; ich freue mich darauf :-)

Erste Weltcup-Punkte im Super-G!

 |  Sonntag, 22 Februar 2015 16:06

Nach einem sehr schlechten Auftritt gestern, wo das Wetter nicht ganz wollte wie ich und ich dann dazu noch schlecht gefahren bin, konnte ich heute auftrumpfen.

Gestern startete ich das erste Mal in den Top 30, ein cooles Gefühl mit Nummer 23 direkt hinter der Top-Gruppe starten zu können! Ich verbockte es allerdings sehr und klassierte mich auf der anspruchsvollen Abfahrt mit schlechten Sichtverhältnissen auf dem 40. Platz. Natürlich war ich ziemlich enttäuscht von dieser Leistung, andere haben es mit ähnlichen Sichtverhältnissen auch geschafft; es war nicht einfach mit dieser Sicht, aber das soll ja nicht Schuld sein. Nichts passte an meiner Fahrt. Schlussendlich war es einfach ein Tag zum vergessen für mich. Es wäre wichtig gewesen, nochmals ein Top 30-Resultat zu erreichen, damit ich auch in Zukunft dort starten kann. Nun muss ich im Weltcup-Endspurt nochmals versuchen richtig Gas geben.

Heute nahm ich mir deutlich mehr vor. Seit meiner Weltcup-Premiere in Schladming 2012 bestritt ich wieder einmal einen Super-G. Mit Nummer 49 ging es an die Sache, das Wetter war wechselhaft, die Piste litt ziemlich. Es war eine Lotterie, wie das Wetter während der Fahrt war. Zwei Nummern vor mir war alles noch zu, dann riss es auf und ich sah sogar etwas von der Piste ;-) Also fuhr ich los, im Mittelteil dann nochmals zwei Tore ziemlich Nebel und ich dachte schon, dass jetzt die Nebelwand einige Tore anhält. Dies war aber zum Glück nicht so, nach zwei Toren war wieder offen, mir gelang eine Fahrt, die ich als 'ok' einstufte, keine groben Fehler aber hie und da mal einer. Je länger der Lauf wurde, desto schneller wurde ich und ich klassierte mich mit Nummer 49 auf dem guten 25. Rang, ich war ein wenig überrascht im Ziel, zeigte aber grösstenteils gutes Skifahren.

Ich hätte die Punkte auch gerne in der Abfahrt gemacht, aber es ist ja kein Wunschkonzert und ich bin natürlich so oder so zufrieden. Danke denen, die den Weg nach Saalbach gefunden haben und die Atmosphäre hier geniessen konnten. Schön, dass ich es mit dieser Leistung heute 'zurückgeben' konnte. Ich bleibe hier in Saalbach für weitere Europacup-Rennen.

Bis bald, Ralph