Top-15-Resultat im Super-G!

 |  Sonntag, 20 Dezember 2015 11:41

Die Reha nach meinem Innenbandriss verlief sehr gut; ich gab dem Knie die nötige Ruhe und war die ersten zwei Wochen nach dem Sturz zu Hause. Anschliessend durfte ich mit der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Schweizer Militär die weitere Reha in Magglingen absolvieren. Vier Wochen wurde ich täglich vom Physio betreut und konnte direkt einige Meter neben dem Behandlungstisch trainieren und wurde vom Physio noch zugleich kontrolliert und korrigiert. Anstatt den ursprünglich mindestens acht Wochen stand ich schon nach fünf Wochen auf den Ski - schmerzfrei! Ich war sehr froh, dass dies so schnell und gut ging.

In der ersten Woche ging es nur frei fahren, eine Woche später startete ich bereits bei meinem ersten Rennen der Saison. Ohne Stangentraining zuvor war ich sehr nervös direkt am Start eines Super-G's zu stehen. Es ging aber relativ gut, es war noch keine Topplatzierung und das Skigefühl war noch nicht ganz perfekt, aber ich war zufrieden.

Die weiteren Tage nach den ersten Rennen begann ich mit einfachem Training - Gleitkurven und Training in einfachem Gelände. Allmählich steigerten wir die Schwierigkeit der Trainingseinheiten und das Gelände wurde immer steiler und abwechslungsreicher.

Und gestern war es endlich soweit; nach gut 9 Wochen nach der Verletzung stand ich wieder am Start eines Weltcups! Schon in den Trainings ging es mir gut; Rang 33 und 26 bei den Abfahrtstrainings stimmten mich positiv - ich war international dabei!

Bevor ich dann aber zur Abfahrt starten durfte, wurde der Super-G vorgezogen. Der Super-G war eher zügig gesteckt und hatte vorallem eine Schlüsselstelle - direkt nach dem Start eine Banane, welche über eine Welle gesteckt wurde. Das nächste Tor sah man nicht und die meisten sprangen zu weit weg vom nächsten Tor - Es brauchte viel Mut, dass man mehr links sprang und damit eventuell riskierte, dass man ins nächste Tor springt. Ich befasste mich vor dem Rennen hauptsächlich mit nur dieser Passage bei der Vorbereitung und war dann giggerig, endlich mit der Nummer 45 starten zu dürfen. Die ersten Tore gingen wie bei allen anderen auch gut; ich kam zur Schlüsselstelle und nahm mir vor, ab Mitte Banane die Ski laufen zu lassen und nicht ganz eng ans zweite Tor zu fahren. In der Luft merkte ich, dass dies passt - ich ging in die Hocke und wusste, dass ich da oben nicht allzu viel verloren hatte. Ich traf den Rest fast überall so wie ich wollte und merkte, wie das Adrenalin in mir raufschoss. Die letzten Tore und über der Ziellinie: Ich wusste, dass das sicher für die Top 20 - Top 30 reichen muss - und da stand die Nummer 11! Eine Riesenfreude und ein super Tag für mich! Allerdings feierte ich nicht allzu gross, da ich mich auf die Abfahrt konzentrieren wollte.

Die Abfahrt war dieses Jahr eher einfach und brauchte nicht allzu viel Überwindung. Daher musste bei der Fahrt alles stimmen. Ich startete und merkte bei den Sprüngen, dass ich schnell unterwegs war. Nach einer Minute lag ich mit der Nummer 33 mit der sechstschnellsten Zwischenzeit im Rennen! Und dann passierte es - ich kam vor der Schlüsselstelle Ciaslat über eine Welle, es hebte mich kurz ab und bei der Landung rutschte mir für einen Moment der Aussenski weg; ich wusste nicht, was da genau passiert war. An der gleichen Stelle hatte Matthias Mayer seinen schweren Sturz gehabt - ich wusste nicht, ob ich eine eisige Stelle erwischte oder was da genau los war. Ich war sehr enttäuscht - so gut unterwegs wieder und der Teil, der mir im Training am besten lag kam erst noch - die Ciaslat. Das Resultat wäre sehr wichtig gewesen, um in Zukunft früher starten zu können. Aber janu, es hat nicht sein sollen. Ich hatte diese Wochenende ein starkes Comeback gegeben und die Zeiten stimmten sehr gut für mich - ich bin sehr positiv gestimmt für die nächsten Rennen in Santa Caterina und werde dort versuchen, diese Zwischenzeiten auch ins Ziel zu bringen.

Danke euch allen für die lieben Nachrichten nach dem Super-G und nach der Abfahrt; ich wünsche euch schöne Festtage und bis bald!

Ralph

(Foto: Sven Thomann/BlickSport)

Verzögerter Saisonstart

 |  Mittwoch, 14 Oktober 2015 10:32

Heftiger Innenbandriss am linken Knie, eine Reizung des vorderen Kreuzbandes und eine Oberschenkelknochenprellung - das ist die Diagnose.

Beim gestrigen Training im Pitztal stürzte ich im Riesenslalom. Schnell merkte ich einen stechenden Schmerz sowie eine Instabilität im Knie. Direkt ging es in die Schweiz, wo weitere Untersuchungen ergaben, dass ich zum Glück keinen Kreuzbandriss erlitt, wie zuerst angenommen.

Nun hat es mich auch mal erwischt, glücklicherweise nicht allzu fest: Die gestellte Diagnose bedeutet nun rund 8 Wochen Pause für mich. So verpasse ich leider höchstwahrscheinlich den Weltcupstart in Nordamerika...
Ich werde alles dafür tun, um in Gröden Mitte Dezember wieder dabei zu sein, mitmischen zu können sowie euch an den Rennen in Zentraleuropa etwas bieten zu dürfen!

Danke für eure Unterstützung und bis bald, für mich beginnt nun die hoffentlich kurze Rehazeit zuerst zu Hause, danach im Sportzentrum Magglingen, wo ich täglich mit zwei Physiotermine auf dem Programm habe sowie Physiotraining mit einer super Betreuung. Werde euch natürlich gerne über meine sozialen Netzwerke auf dem Laufenden halten!

Machets guet und bis bald!

Ralph

Back on the snow!

 |  Freitag, 07 August 2015 18:25

Der erste Skikurs ist bereits Geschichte, Zermatt begrüsste uns mit dem allerbesten Wetter. Trotz der hohen Temperaturen im Tal, waren die Pistenverhältnisse auf 3800m.ü.M. bis um 11.00 Uhr sensationell. Jetzt meint man, das sei ja nicht lange; aber wenn man um 5.00 Uhr aufsteht, um um 7.20 Uhr für 4 bis 5 Stunden auf den Ski zu stehen, dann ist das schon nicht schlecht.
Bereits bei der ersten Fahrt musste ich mich vor dem 'Schneekuss' retten, was allerdings ganz normal ist. Nach vier Monaten Skipause brauche auch ich einige Schwünge, um das optimale Gefühl zu erhalten, die Dynamik des Ski zu spüren und das Timing zu treffen für die verschiedenen Bewegungsabläufe. Dieses Jahr war ich aber sehr schnell, ich konnte mich sehr gut anpassen und schon nach dem ersten Schneetag hatte ich einige geile Schwünge fahren können; wie ich dieses Gefühl der Fliehkräfte doch vermisst hatte! ;-)
Am zweiten Tag ging es dann bereits einige Fahrten in die Tore und erst hier merkt man, wie wichtig es ist, das Timing im Schwung zu treffen - oder eben auch nicht! :-) Mit den Fahrten kam das Gefühl dann relativ schnell und ich fühlte mich schnell wieder 'zu Hause' in den Toren. In den letzten fünf Tagen war ich täglich mit den Riesenslalom-Skis unterwegs, zudem trainierten wir gezielt den Start und gleiteten in flachen Passagen, um die Hockeposition zu verbessern und die neuen Ski durchfahren zu können. Damit wir mit den Rotationen nicht allzu viel Zeit verloren, hatten wir einen etwas schnelleren 'Swiss-Ski-Lift' nur für uns... ;-)

Es war (wie immer beim ersten Kurs) sehr anstrengend, im Gegensatz zu Zuhause trainiere ich in Zermatt 3000m höher. Zudem muss man sich zuerst wieder an den schönen Skifahrer-Schlafrhythmus (Wecker 5.00 Uhr) gewöhnen, was auch seine Anfangsschwierigkeiten bereitet.

Morgen werde ich noch kurz bei der Summer Trophy im Sargans vorbeischauen, wo die nächste Skigeneration ihr Geschick bei verschiedenen Spielen unter Beweis stellen. Und sonntags heisst es dann wieder nach Zermatt anreisen für hoffentlich ähnliche sensationelle Bedingungen.


Bis bald, Ralph