Hausaufgaben erledigt!

 |  Dienstag, 02 August 2016 11:15

Mein Konditionstraining habe ich nun über 11 Wochen absolviert und ihr könnt mir glauben - es waren 11 harte und anstrengende Wochen! Eigentlich täglich merkte ich irgendwo einen Muskel zwicken und das Wort Muskelkater war mir auch jederzeit präsent. Neben vielen Stunden beim ersten Kurs auf dem Rennvelo war natürlich auch viel im Kraftraum - oder auf der Tartanbahn - oder an Treppen - oder im Wald, in den Bergen etc.

Am Ende dieser Periode standen Konditest an - und diese fielen positiv aus. Ich denke, dass ich meine Hausaufgaben definitiv gemacht habe. Nach einer längeren Skipause geht der Blick aber früher oder später ein wenig zu den Skischuhen und Ski rüber - endlich geht es wieder auf den Schnee!

Es ist im Frühling jeweils schön, wenn man das letzte mal auf diesen engen Schuhen darf - aber Ende des Sommers freut man sich dafür wieder umso mehr, wenn man in Zermatt auf 3800m Höhe wieder ein paar geile Schwünge in das weisse Gold ziehen kann! Diesen Sommer werden wir nicht nach Südamerika gehen, sondern bereiten uns hier auf den heimischen Gletschern vor - so wie ich es die letzten beide Jahre schon gemacht habe. Morgen stehe ich das erste Mal wieder in den Skischuhen - es ist beim ersten Mal immer wieder ein wenig speziell, wenn man schon länger nicht mehr auf dem Schnee war; aber ich gewöhne mich sehr schnell an die Ski und ich freue mich dementsprechend darauf!

Auf den sozialen Medien werded ihr sicher den einen oder anderen Post von mir sehen...

Machets guet und bis bald, Ralph

Was für eine Saison!

 |  Mittwoch, 23 März 2016 10:17

Wer hätte das gedacht - Nach meinem Sturz im Oktober, wo der erste Verdacht sogar Kreubandriss war und schlussendlich 'nur' ein Innenbandriss, eine Überdehnung des Kreuzbandes und eine Knochenprellung im linken Knie festgestellt wurde, hatte ich eine super Saison noch hingelegt - 10 Platzierungen in den Top 30, davon 5 Platzierungen in den Top 15!

Bei meinem Comeback im Weltcup belegte ich mit Startnummer 45 gleich den 11. Platz - mein zweitbestes Weltcupergebniss! Bei den weiteren Rennen musste ich dann ein wenig untendurch und die 6-wöchige Skipause im Herbst machte sich bemerkbar. Bei der Kitzbühelpremiere fuhr ich beim Super-G auf den 28. Rang, in der Super-Kombination wurde ich 24.

In Südkorea ging es dann richtig los mit den Plätzen 13 und 14 in den Speeddisziplinen, in der Abfahrt und Kombination von Chamonix die Platze 18 und 22, in Hinterstoder beim Super-G Platz 21 und in Kvitfjell in der Abfahrt und im Super-G die Plätze 25 und 12.

Im Super-G die Platzierungen 11, 28, 14 21 und 12 im Weltcup; dies reichte mir als 24. in der Weltcupliste sogar noch fürs Weltcupfinale! Das zweite Mal nach dem Junioren-WM-Titel, wo ich am Weltcup-Finale starten darf - und das noch in der Schweiz!

In St. Moritz durfte ich das letzte Speed-Weltcuprennen mit Nummer 1 eröffnen; den schwierigen Super-G belegte ich als 12.

Ich darf auf eine super Weltcupsaison zurückblicken - durch meine Verletzung verpasste ich vier Speedrennen in Nordamerika und schaffte es doch noch in die Top 30 in zwei Disziplinen; im Super-G sogar auf den 23. Platz!

Mein Ziel, dass ich in mind. einer Disziplin in die Top 30 vordringe, habe ich erfüllt. Das zweite Ziel - im Europacup Podestplätze herauszufahren - ebenfalls. In der Weltrangliste schaut es nun folgendermassen aus:

Vielen Dank allen, die das ermöglicht haben! Sei es mein Kopfsponsor Ochsner Sport, meine Skifirma Head, meine Drittsponsoren und Partner, meine Serviceleute Sepp Kuppelwieser und Stefan Thöni, der ganze Staff von Swiss-Ski, mein Physio Simon Trachsel, der mich in Magglingen wieder auf die Beine gebracht hat, meine Familie und Verwandte, meine Gönner und Unterstützer, meine Mitglieder im Fanclub oder jegliche andere Fans, ehemalige Trainer etc., die mich bis hierher gebracht haben!

Der letzte Rennpunkt bildet noch die Schweizermeisterschaftsabfahrt in Veysonnaz am 4. April. Bis am 15. April stehe ich aber noch für Training und Sponsorenskitage auf den Ski - ich wünsche euch noch einen schönen Frühling und bis bald!

Ralph

2x Top-15 bei der Olympia-Hauptprobe

 |  Montag, 08 Februar 2016 06:07

Die intensivste Phase des Winters ist durch - ich stand in den letzten Wochen extrem viel auf den Skiern. Das Jahr startete eher schlecht - kurz vor der Heimabfahrt am Lauberhorn verletzte ich mich: Beim Krafttraining zu Hause rutschte ich bei seitlichen Ausfallschritten mit 100kg auf den Schultern aus und wurde sozusagen in den Spagat gezwungen. Die Folge davon waren schmerzhafte Zerrungen an der hinteren Oberschenkel- und Gesässmuskulatur.

Sicher nicht die beste Voraussetzung für die Rennen von Wengen, aber es musste irgendwie gehen. Ich konnte kaum normal laufen bei der Anreise ans Lauberhorn und fuhr sicherheitshalber mal mit dem eigenen Auto an - falls es nicht gehen würde auf den Ski. Mit intensiver Physio, Bandagen und Schmerzmitteln gings aber - die Resultate waren aber dann enttäuschend. Platz 35 in der Kombination und Platz 46 in der Abfahrt.

Weiter ging es zum ersten Mal an die schwierigste Abfahrt der Welt - der spektakulären Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel! Es war eine ganz spezielle Woche für mich mit unglaublich vielen Eindrücken, die ich sammeln durfte. Und ich wusste, dass es schwierig sein würde direkt beim ersten Mal auf diesem Hang zu punkten. Das erste Mal überhaupt startete ich mit Nummer 24 im Super-G in den Top 30 - Rang 28 im Super-G und Rang 24 in der Super-Kombination waren ganz ok für das erste Mal. Nach den Stürzen von Dominator Georg Streitberger, Aksel Lund Svindal und Hannes Reichelt wurde das Rennen nach 30 Läufen abgebrochen - ich kam also leider nicht mehr zum Zug, wobei die Entscheidung an sich richtig war. Schade, aber das ist halt Pech.

Da Europacup-Rennen von Wengen anfangs Januar abgesagt werden mussten, wurden diese kurz zwischen den Rennen in Kitzbühel und Garmisch nachgeholt - und auch ich machte einen Abstecher nach Davos an diese Rennen. Das Ziel war, in mindestens einer Abfahrt gut zu punkten, um nächstes Jahr meine Startnummer sichern zu können. Da ich dieses Jahr im Weltcup noch nicht in die Punkte gefahren bin in der Abfahrt, war dies sicher ein guter Plan - er musste nur noch aufgehen. Und das tat er! 2. und 1. Platz ergeben für mich maximal wieder Nummer 35 im kommenden Winter - der Abstecher war perfekt!

Direkt nach dem Rennen ging es nach Garmisch-Partenkirchen; auch dort war ich das erste Mal am Start und es herrschten sehr warme Temperaturen. Ich war langsam aber sicher müde, denn ich befand mich inmitten eines Mammutprogrammes. Nicht nur körperlich müde - vor allem auch mental. Platz 40 war sicherlich nicht das, was ich wollte.

Und die grösste Reise stand bevor; der Abstecher nach Pyeongchang, die Olympia-Hauptprobe. Ich freute mich sehr darauf und es tat gut, mal etwas anderes zu sehen. Auch wenn die Reiserei enorm war. Schon beim Hangfahren sagte ich den Trainern, dass es mir hier gefällt. Und das bestätigte sich auch: Endlich ging es auf in der Abfahrt! Als einziger hinter den Top 30 konnte ich noch in die Top 15 fahren und platzierte mich als 13. - perfekt!
Der Super-G am Tag darauf war wieder sehr wichtig für mich; es kam nun darauf an, ob ich bei den nächsten Rennen auch noch in den Top 30 starten kann oder ob es schwierig wird. Der Super-G war sicher auf der eher schwierigen Seite mit vielen Ausfällen und grossen Fehlern. Eine nicht ganz einfache Aufgabe wartete auf mich: Ich fuhr einen soliden Lauf, wo es hier und da noch ein wenig besser gegangen wäre; aber mit dem 14. Rang bin ich sehr glücklich. Für mich hat sich der Abstecher definitiv gelohnt nach Asien - aber ich freue mich nun auch auf einige Tage Pause nach diesen harten 3-4 Wochen!

Hier noch einige Impressionen der letzten Wochen wie auch mein volles Programm mit allen Reisen...

Bis bald, Ralph

© Fotos: Agence Zoom und Sven Thomann/BlickSport